Stellungnahmen der BAG, Mai 2021

April 2021: Die BAG stellt Forderungen

Bitte beachten Sie den neuen Video-Clip über die BAG

Das Video zeigt, wie die BAG SELBSTHILFE entstanden ist und wie diese ihre Mitgliedsverbände vertritt. Zudem wird das Prinzip der Selbsthilfe erklärt und welche Vorteile diese für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen hat.

die_entstehung_der_bag_selbsthilfe_und_ihre_mitgliedsverbaende_mit_untertitel_.mp4


Pressemitteilung: Die BAG SELBSTHILFE begrüßt den Vorstoß die Ausgleichsabgabe für Unternehmen künftig zu erhöhen

Düsseldorf, 04.12.2020. Auf der Veranstaltung des Deutschen Behindertenrates (DBR) zum Welttag der Menschen mit Behinderungen am 3.12.2020 kündigte Bundesminister für Arbeit und Soziales Hubertus Heil an, die Ausgleichsabgabe für jene Unternehmen deutlich zu erhöhen, die keine schwerbehinderten Menschen beschäftigen.

Die BAG SELBSTHILFE begrüßt das Vorhaben des Bundesministers ausdrücklich. Die scheidende Vorsitzende des DBR-Sprecherrats und Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland Verena Bentele sagte dazu: „Rund 43.000 Arbeitgeber*innen beschäftigen keinen einzigen schwerbehinderten Menschen, obwohl sie dazu gesetzlich verpflichtet wären. Es darf nicht sein, dass sich Unternehmen aus der Verantwortung stehlen und sich freikaufen, anstatt Menschen mit Behinderung einzustellen“.

Eine der wichtigsten Säulen des Schwerbehindertenrechts sei, so Hubertus Heil, die Beschäftigungspflicht für Unternehmen. Es gebe jedoch nach wie vor Unternehmen, "die sich wegducken vor ihrer Verantwortung oder die Potenziale von Menschen mit Behinderungen für ihr Unternehmen noch nicht erkannt haben."

Menschen mit Behinderung finden schwerer eine Arbeitsstelle als Menschen ohne Behinderung. Einmal arbeitslos geworden, dauern die Arbeitssuche oder das Vermitteln in eine neue Stelle deutlich länger. Hinsichtlich der Corona-Pandemie sieht die BAG SELBSTHILFE sieht die Gefahr, dass sich die Situation zusätzlich verschlechtert und die Zahl der Menschen mit Behinderung ohne Arbeit weiter ansteigen wird.

„Die Appelle der Politik an die Unternehmen haben leider nicht viel bewirkt. Die im DBR zusammenarbeitenden Verbände werden die Umsetzung dieses überfälligen Schritts genau im Blick behalten“, kündigt Hannelore Loskill, Vorstandsvorsitzende der BAG SELBSTHILFE und künftig amtierende Vorsitzende des DBR-Sprecherrats, an.

Die Verantwortung für das DBR-Sekretariat wurde mit der Welttagsveranstaltung an die BAG SELBSTHILFE übergeben. Sie wird bis zum 3. Dezember 2021 die Arbeit des Aktionsbündnisses Deutscher Behindertenrat koordinieren.

 

 

BAG Selbsthilfe zu Covid-19-Impfungen

im Zusammenhang mit der Schutzimpfungs-Verordnung möchten wir Sie darauf hinweisen, dass offenbar die noch ausstehende Empfehlung der Stiko gegenüber den Ländern zur Anhörung versandt wurde. Eine gute Zusammenfassung zur Impfpriorität der Bevölkerung (Tabelle 2) finden Sie unter folgendem Link:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/119116/STIKO-Impfempfehlungen-liegen-vor-Medizinisches-Personal-wird-nicht-gleichermassen-priorisiert#group-3

Leider sind Menschen mit Vorerkrankungen unter 80 Jahren und auch pflegende Angehörige danach nicht unter den Ersten, die geimpft werden sollen. Wir werden uns auch dazu in unserer Stellungnahme zur Verordnung äußern und eine entsprechende Hochstufung wegen der hohen Vulnerabilität dieser Gruppen fordern.

Impfstrategie zu Covid-19: BAG SELBSTHILFE fordert Überarbeitung der Empfehlungen

Die BAG SELBSTHILFE hält es nicht für ethisch vertretbar, dass Menschen mit schweren Vorerkrankungen erst in dritter Linie geimpft werden sollen- trotzdem sie auch nach Auffassung der Ständigen Impfkommission teilweise ein extrem hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Sie fordert eine höhere Priorisierung von Menschen mit Vorerkrankungen bei der anstehenden Impfstrategie. Darüber hinaus muss auch die Barrierefreiheit der Impfzentren gesichert werden, damit auch Menschen mit Behinderungen geimpft werden können.

Düsseldorf 10.12.2020. Seit Monaten schränken sich Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen ein, um das Risiko zu verringern, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Denn sie haben in vielen Fällen ein deutlich erhöhtes Risiko, wegen einer Covid- 19 Erkrankung ins Krankenhaus eingewiesen zu werden und sogar daran zu versterben.

„Es darf nicht sein, dass Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen oder Behinderungen erst an dritter Stelle für eine Impfung stehen. Sie gehören zu den vulnerabelsten Gruppen; dies hat nicht nur die Leopoldina, sondern auch die Ständige Impfkommission anerkannt, als in ihrer Empfehlung darauf verwies, dass Menschen mit Trisomie 21 und Organtransplantation ein Risiko für einen schweren Verlauf haben, der mit Menschen in den hohen Altersgruppen vergleichbar ist.“ mahnt Dr. Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG SELBSTHILFE. Auch die Impfpriorität von pflegenden Angehörigen sei noch nicht genügend erkannt worden. „Sie stellen den größten Pflegedienst der Nation dar, rund 70 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt. Fallen sie aus, so bleiben die Betroffenen unter Umständen unversorgt“ so Danner.

Deshalb fordert die BAG SELBSTHILFE die Bundesregierung dazu auf, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Behinderungen und pflegenden Angehörigen eine hohe Priorität bei der Impfung gegen Covid-19 einzuräumen. Darüber hinaus muss aber auch die Barrierefreiheit der Impfzentren und der Terminvereinbarung sichergestellt sein, damit Menschen mit Behinderungen die gleiche Chance auf den Zugang zu einer Impfung haben.

Aktion Mensch

Trendstudie der Aktion Mensch zeigt:

Keine soziale Teilhabe ohne digitale Teilhabe

• Aktion Mensch weist auf Dringlichkeit bei digitaler Inklusion von

Menschen mit Behinderung hin

• Digitale Barrierefreiheit und gesellschaftliches Umdenken sind

Voraussetzung für gleichberechtigte Partizipation

Bonn (24. November 2020) Die Corona-Pandemie zeigt, dass soziale und digitale Teilhabe zunehmend miteinander verschmelzen: Nur wer Zugang zu Technologie hat und damit auch umzugehen weiß, kann an gesellschaftlichen Prozessen teilnehmen. Für Menschen mit Behinderung kann das zu einer stärkeren Ausgrenzung fuhren. Davor warnt die Aktion Mensch auf Basis ihrer Trendstudie zu digitaler Teilhabe, fur die in Zusammenarbeit mit dem SINUS Institut Expert*innen aus Wissenschaft und

Politik sowie Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen befragt wurden. Gleichzeitig birgt die Digitalisierung jedoch auch große Potenziale für das Thema Inklusion.

Gleichberechtigte Teilhabe: Corona fordert und hemmt zugleich

Durch die zunehmende Relevanz (neuer) digitaler Formate und die beschleunigte Technologisierung in der Krise haben Menschen mit Behinderung grundsätzlich mehr Möglichkeiten zur Partizipation. Das gilt auf dem Arbeitsmarkt und im Bildungswesen ebenso wie in ihrer Freizeit:

• Digitale Lösungen ermöglichen flexibles und ortsungebundenes Arbeiten und Lernen; auch für Menschen, die weniger mobil sind.

Unterstützend wirken assistive Technologien wie Sprachcomputer oder Screen Reader.

• Digitale Medien und Plattformen wie YouTube oder Instagram

fordern Vernetzung und Engagement sowie Sichtbarkeit und Positionierung – und stärken so die Selbstvertretung von Menschen mit Behinderung in der Öffentlichkeit.

• Technologiebasierte Assistenztools – etwa digitale Haushaltshilfen, Notfallsysteme oder Erinnerungs-Apps – schaffen für viele Menschen mit Behinderung eine größere

persönliche Unabhängigkeit.

Neben den Chancen der Digitalisierung zeigt die Studie auch Risiken auf, die

dazu führen können, dass Menschen mit Behinderung vom technologischen

Fortschritt ausgeschlossen werden:

• Technik kann Barrierefreiheit gewährleisten, aber auch neue Barrieren entstehen lassen – etwa, wenn bei der Entwicklung von Tools oder Programmen die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung nicht berücksichtigt werden. Derzeit fehlt es jedoch

noch häufig an Wissen über digitale Barrierefreiheit.

• Auch die Faktoren Zugang und Kosten spielen eine große Rolle:

So scheuen viele Unternehmen etwa eine Investition in die Einrichtung barrierefreier Arbeitsplätze und die entsprechende technische Ausstattung.

• Menschen mit einer Sinnes- oder Mobilitätseinschränkung wird eine größere Chance an digitaler Teilhabe zugeschrieben als Menschen mit einer Lernbehinderung. Viele Befragte äußern daher ihre Besorgnis um eine Spaltung zwischen Menschen unterschiedlicher Behinderungen. Von zentraler Bedeutung ist hier eine Qualifizierung im Umgang mit digitalen Anwendungen.

„Die Corona-Pandemie hat auf die Digitalisierungsprozesse in der

Gesellschaft wie ein Brennglas gewirkt: Die Chancen verstärken sich, aber

auch die Risiken“, sagt Silke Borgstedt, Director Research & Consulting bei

der SINUS Markt- und Sozialforschung.

Digitale Barrierefreiheit und gesellschaftliches Umdenken sind unerlässlich

Besonders in Zeiten wie diesen wird deutlich: Digitale Teilhabe ist die Basis

einer modernen und zukunftsfähigen Gesellschaft. „Unsere Studie zeigt, dass

eine chancengerechte Teilhabe aller nur dann möglich ist, wenn digitale

Barrierefreiheit konsequent durchgesetzt wird“, so Christina Marx, Leiterin

der Aufklarung bei der Aktion Mensch. „Das gilt für die Optimierung

bestehender und die Entwicklung neuer Anwendungen ebenso wie

hinsichtlich der Vermittlung von Wissen und Kompetenz“.

Als größte private Förderorganisation im sozialen Bereich in Deutschland setzt

die Aktion Mensch genau hier an. Sie unterstützt gemeinnützige

Organisationen bei der Anschaffung von Hardware sowie bei der

Finanzierung von Bildungs- und Qualifzierungsmaßnahmen – und befähigt so

eine gleichberechtigte Partizipation von Menschen mit Behinderung am digitalen Fortschritt.

Zum Studiendesign

Die Studie verbindet eine Analyse aktueller Digitaltrends mit den

Einschätzungen von zwölf Expert*innen aus Wissenschaft und Politik sowie

43 Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen entlang der

Lebensbereiche Arbeit, Bildung, Freizeit und Wohnen. Die Interviews wurden

im Herbst 2019 geführt.

Ein Download der detaillierten Studienergebnisse ist möglich

unter:www.aktion-mensch.de/studie-digitale-teilhabe

Stellungnahme der BAG Selbsthilfe zum GPVG

Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte beachten Sie folgende Stellungnahme: /media/stellungnahme_zum_gpvg.pdf

Positionspapier Assistenz für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung im Krankenhaus

Forderungen der BAG SELBSTHILFE zur Abmilderung der Belastungen für Menschen mit chronischen Erkrankungen, Behinderungen sowie ihren Angehörigen durch die Covid-19 Pandemie:

 

https://www.bag-selbsthilfe.de/aktuelles/nachrichten/detail/news/stellungnahme-bag-selbsthilfe-zum-entwurf-eines-zweiten-gesetzes-zum-schutz-der-bevoelkerung-bei-ein/